Das Gut Gleesberg und seine Geschichte

Heimstätte für Genesende – Kauf durch Dr. Willmar Schwabe

Das Gut Gleesberg blickt auf eine lange und ereignisreiche Geschichte zurück, in der es nicht immer eine Pflegeeinrichtung war. Vor weit mehr als 150 Jahren noch diente das Gut Gleesberg ausschließlich wirtschaftlichen Zwecken, damals noch unter dem Namen "Fritzsche Gut". 1889 bekam die Liegenschaft einen neuen Besitzer: Dr. Willmar Schwabe kaufte das Anwesen in der Flur Neustädtl-Schneeberg zusammen mit dem Erbgut Förstel, das in Raschau-Markersbach liegt. Mit seinen Käufen verfolgte der Geheimrat und Pharmazeut aus Leipzig einen ganz konkreten Plan: Die beiden Anwesen sollten zu Heimstätten für Genesende ausgebaut werden.

Vollständige Genesung und Krankheitsvorbeugung

Eine Idee, die nicht von ungefähr kam: Schließlich setzte sich Dr. Schwabe als Besitzer der Homöopatischen Zentralapotheke in Leipzig intensiv mit der Bekämpfung von Krankheiten auseinander. Zudem war er Vorsitzender der Ortskrankenkasse – eine Position, die ihm Einblicke in Mängel des damaligen Systems ermöglichte. Es war ihm daher eine Herzensangelegenheit, Kranke nicht nur nach dem bestehenden Gesetz zu helfen, sondern auch über eine Krankheit hinaus zu betreuen. Sein Ziel war es demnach, Krankheiten vollständig zu heilen bzw. dafür zu sorgen, dass eine Krankheit erst gar nicht ausbricht.

Gründung der Dr. Willmar Schwabesche Heimstättenstiftung

Vor diesem Hintergrund ließ er die beiden Liegenschaften Gleesberg und Förstel auf seine Kosten vollständig zu Heimen aus- und umbauen. Obwohl Dr. Schwabe beide Heime und ein weiteres Heim in Liegau-Augustbad der Ortskrankenkasse unentgeltlich zur Verfügung gestellt hatte, wurde ihm nachgesagt, er wolle mit den Heimen ausschließlich sein Vermögen vergrößern. Ein Undank, der ihn schließlich dazu bewog, die drei Heime 1904 in der Dr. Willmar Schwabesche Heimstättenstiftung zusammenzuführen.

Das Gut Gleesberg wird zum Altenpflegeheim

Während des 2. Weltkriegs diente das Gut Gleesberg nicht nur als Müttererholungsheim. Auch aus norddeutschen Hafenstädten ausgebombte ältere Bürger sowie im letzten Kriegsjahr genesende Verwundete und später Bergarbeiter fanden hier eine Unterkunft. Kurz darauf wurde aus der Genesungsstätte ein Altenpflegeheim.

Übernahmevertrag: Das Gut Gleesberg gehört wieder der Stiftung

Nach der Zwangsauflösung der Stiftung, die durch den Rat des Bezirks Karl-Marx-Stadt angeordnet wurde, befand sich das Gut Gleesberg in kommunaler Trägerschaft der Stadt Schneeberg und war der Stadtverwaltung in allen Angelegenheiten unterstellt. Am 1. Januar 1996 wurde zwischen der Stadt Schneeberg und der Dr. W. Schwabesche Heimstättenbetriebsgesellschaft ein Übernahmevertrag geschlossen. Ziel der Vereinbarung war es, den Bewohnern der Stadt Schneeberg und der umliegenden Gemeinden langfristig eine Pflegeeinrichtung zu bieten und den Standard der Betreuung, der Pflege und der Einrichtung mittelfristig anzuheben.

Mehr über die Dr. Willmar Schwabesche Heimstätten-Stiftung

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